Starke Menschen

Starke Menschen

Groß und klein, dick und dünn, laut! und leise, gleich und aNderS

Zur Prävention sexueller Übergriffe auf Mädchen und Jungen im Landkreis Harburg – für Grundschulen

Die Institution Schule kann maßgeblich zur Prävention sexueller Übergriffe auf Mädchen und Jungen beitragen und hat daher eine besondere Bedeutung. Zum einen werden hier alle Kinder erreicht, zum anderen sind die Lehrer*innen sowie die Schulsozialarbeiter*innen neben der
Familie oft wichtige Vertrauenspersonen für die Kinder.

In diesem Zusammenhang will das Konzept pädagogischen Mitarbeiter*innen und Eltern möglichst viel Sicherheit im Umgang mit dieser
Thematik vermitteln, um so gemeinsam ein gutes Team zum Schutz der Kinder vor sexuellen Übergriffen sein zu können.

Die Kinder sollen mit Hilfe dieser Konzeption geschützt sowie gestärkt werden und außerdem Hilfsangebote erhalten.

Das Programm „Starke Menschen“ wurde durch die Koordinationsstelle des Kreisverbandes Landkreis Harburg e.V. in Zusammenarbeit mit einer Fachgruppe des Berufsgruppenarbeitskreises gegen sexuelle Gewalt und dem Holzwurm Theater entwickelt. Es wird nun schon seit ungefähr 15 Jahren im Landkreis Harburg an zahlreichen Schulen durchgeführt.

Ziele

  • Es stärkt Mädchen und Jungen in ihrer Selbstachtung, Selbstbestimmung und Selbsterfahrung stärken und klärt sie über ihre Rechte auf.
  • Es vermittelt Mädchen und Jungen verständlich, was sexuelle Übergriffe sind, wie sich ggf. Täter*innen verhalten, wie sich Mädchen und Jungen dabei fühlen können und welche Möglichkeiten zur Hilfe genutzt werden können.
  • Im Rahmen des Präventionskonzepts gegen sexuelle Übergriffe sollen Kinder, Eltern, Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und andere pädagogische Mitarbeiter*innen mit einbezogen werden und zusammenarbeiten.
  •  „Starke Menschen“ legt Wert auf eine sachliche Information über das Thema. Hierbei wird dem Umgang mit Verdachtsfällen eine besondere Bedeutung beigemessen.
  •  Pädagogen*innen und Bezugspersonenkönnen ihre Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit Verdachtsfällen reflektieren und ihre Handlungssicherheit stärken.
  • Darüber hinaus werden Pädagogen*innen und Eltern angeregt, ihre alltägliche Erziehungshaltung zu reflektieren.
  • Ein wichtiger Baustein dieses Konzepts sind die  Vernetzungsstrukturen zu dem Thema. Kindern, Eltern und Bezugspersonen sowie Fachkräfte werden  ortsnahen Unterstützungsmöglichkeiten vermittelt, bekannt und vertraut gemacht.
  • Durch das Angebot einer Fortbildung erhalten die Pädagogen*innen zur Vor-und Nachbereitung der Präventionsthemen inhaltliche
    Unterstützung und Materialien.

Inhalte

Das Konzept umfasst vier Bausteine:

  1. Fortbildung für Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und pädagogische Mitarbeiter*innen durch den Kinderschutzbund
  2. Präventionsideen und Materialien zu folgenden Themen:
    – Ich bin ein Mädchen – ich bin ein Junge
    – Mein Körper gehört mir
    – Ich kenne meine Gefühle und darf ihnen vertrauen
    – Ich unterscheide schöne und unangenehme Berührungen
    – Ich kann Grenzen setzen – ich darf nein sagen
    – Ich kann unterscheiden, was gute und schlechte Geheimnisse sind
    – Ich kann mir Hilfe holen
  3. Eltern-Informationsabend als Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Institutionen Kinderschutzbund, Erziehungsberatungsstelle, Jugendamt und Polizei und des Holzwurmtheaters nach der Aufführung von „Sascha“ durch das Holzwurmtheater
  4. Kinder-Informationsvormittag über das Theaterstück „Sascha“ mit anschließendem Austausch für die Kinder mit den Vertreter*innen des Holzwurmtheaters

Umsetzung

  • Damit die genannten Ziele erreicht werden, ist die Bereitschaft des Kollegiums und der Elternschaft zur aktiven Unterstützung erforderlich. Deshalb sollte das Konzept auf einer Gesamtkonferenz vorgestellt und ein Beschluss zur Teilnahme gefasst werden.
  • Die Schule benennt die Kontaktperson, die für die organisatorische Durchführung  zur Verfügung steht (Terminplanung, Raum, Elternabend, Aufführungsorganisation)
  • Zur nachhaltigen Absicherung der Ziele bezgl. des professionellen Umgangs in Fällen vermutlicher Übergriffe empfiehlt es sich, dass jede Schule eine Kontaktperson benennt, welche die inhaltliche Verantwortung für das Thema und die Umsetzung des Konzepts kontinuierlich übernimmt.
  • In regelmäßigen Abständen erfolgt eine Evaluation des Konzepts durch den Kinderschutzbund.

Ihr Ansprechpartner: Kenneth Dittmann